Bund Deutscher
Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. – BDS –
Bezirksvereinigung Limburg

Jubiläumsfeier - 50 Jahre Bezirksvereinigung Limburg

Die BezVgg Limburg feierte am 20. Oktober 2012 im Hotel Mercure in Wetzlar ihr 50-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Vereinigung am Dienstag, 16. Oktober 1962 von 33 Schp. und Stv. während einer Arbeitstagung (Fortbildung) in Lindenfels im Odenwald.

Begrüßung

Der Vorsitzende der BezVgg, Manfred Schneider, begrüßte  120 Teilnehmer, darunter zahlreiche, hochrangige Gäste. U.a. den Präsidenten des LG Limburg, Ralph Gatzka, die Direktoren der AG Wetzlar und Limburg, Dr. Achim Lauber-Nöll und Ernst Haberstock, den hessischen Landtagsabgeordneten Tobias Eckert, mehrere Bürgermeister unter ihnen Manfred Wagner, Wetzlar, und einige Stadtverordneten-Vorsteher. Der BDS war vertreten durch die Vorsitzende Monika Ganteföhr, den Ehrenvorsitzenden Erhard Väth, Herrn Georg Budich, die Landesvorsitzenden von Rheinland-Pfalz, Michael Brunkow, von Thühringen, Sylvia Biereigel und von Berlin, Heinz Winkler sowie die Vorstände der hessischen BezVggen.
Ein besonderer Gruß galt dem Festredner, Herrn Karl-Christian Schelske, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes.
Manfred Schneider führte nach der allgemeinen Begrüßung gekonnt und locker durch das Programm.

Grußworte und Glückwünsche

von links nach rechts:  Ralph Gatzka, Manfred Wagner, Monika Ganteföhr

In den Grußworten erläuterte der LG-Präsident Gatzka die Bedeutung des Schiedswesens. Er sagte, dass die Schiedsämter eine spürbare Entlastung der Gerichte darstellen. Die hohe Erfolgsquote mit knapp 60% an erfolgreichen Vergleichen liege weit höher als bei Gericht. Hinzu käme, dass ein Vergleich vor dem Schiedsamt wesentlich kostengünstiger sei. Zudem ist der dort geschlossene Vergleich bis zu 30 Jahre vollstreckbar.
Bürgermeister Manfred Wagner wies in seinem Grußwort darauf hin, dass sich die Schiedsleute ehrenamtlich für den Erhalt des Rechtsfriedens in unserem Gemeinwesen in einsetzten, und zwar in ihrer Freizeit, um vor Ort zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln und den Rechtsfrieden nach  dem Leitmotiv des BDS „schlichten statt richten“ herstellen.
Die Bundesvorsitzende Monika Ganteföhr bedankte sich zunächst bei Manfred Schneider, dass er die Vereinigung bereits seit 23 Jahren in hervorragender Weise führe. Sie berichtete außerdem über das Konzept, dass gegenwärtig 16 EU-Länder in Brüssel über die vorgerichtliche Streitschlichtung diskutieren und durch einen Gedankenaustausch einheitliche Regeln anstreben. Dabei sollen die neuen Richtlinien zur Mediation mit einfließen.

... weitere Gratulanten

von links nach rechts: Erhard Väth, Sylvia Biereigel (LV Thüringen), Michael Brunkow (LV Rheinland-Pfalz), Heinz Winkler (LV Berlin), Tobias Eckert

In den Grußworten des BDS-Ehrenvorsitzenden Erhard Väth und der 3 Landesvorsitzenden wurden die Verbundenheit und die gute Zusammenarbeit mit dem Jubilar gewürdigt. Gemeinsam angestrebte Ziele zum Wohle der Schiedsamtstätigkeit haben sich bewährt und müssten kontinuierlich fortgesetzt werden. Der Hessische Landtagsabgeordnete Eckert setzte sich dafür ein, dass die außergerichtlichen Streitschlichtung durch Schiedsleute beibehalten, ja in verschiedenen Bereichen ausgeweitet werden sollte. Er wolle sich im Landtag und in den entsprechenden Gremien dafür einsetzen.

Ehrenamt in den Städten und Gemeinden Hessens war Thema des Festvortages, zu dem Karl-Christian Schelske, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, aus politischer Sicht und aus der Sicht der Kommunen Stellung bezog. Er betonte, dass unter dem Druck von Sparmaßnahmen die Unterstützung des kommunalen Ehrenamtes auf der Strecke bliebe, wenn hier nicht gegengesteuert wird. Das sei mit Aufgabe seines Verbandes. Das Land müsse sich bewusst sein, dass unter Umständen ein aktiver Teil der Gesellschaft verloren gehe. Er bezeichnete die Schiedspersonen als einen engagierten Teil der Bürgergesellschaft und sei in der ehrenamtlich durchgeführten, vorgerichtlichen Streitbeilegung unverzichtbar. Sein Verband setze sich  nachdrücklich für die politische Unterstützung aller ehrenamtlich tätigen Mitbürger ein.

Schriftführer Helmut Hahn berichtete über die Entwicklung der Bezirksvereinigung Limburg zwischen 1962 und 2012. Hierbei zeigte er auf, welche Auswirkungen politische Veränderungen durch die Gemeinde- und Gebietsreformen in Hessen in den 1970er Jahren auf das Schiedsamt hatten. Von 262 selbständigen Kommunen 1962 behielten nach der Reform im Jahr 1980 nur 42 Städte und Gemeinden ihre Selbständigkeit im Bereich des Landgerichts Limburg. Durch die Mitte der 1990er Jahre bei vielen Städten und Gemeinden einsetzende Finanzkrise kam es zur Zusammenlegung von Schiedsämtern und zu gegenseitigen Vertretungen, damit Wegfall von Stv., sodass sich die Zahl der Mitglieder von 272 auf aktuell 231 verringerte.
Gegenwärtig sind in der BezVgg Limburg 116 Schiedsämter eingerichtet und mit 116 Schp. und 97 Stv.  besetzt. Hinzu kommen 18 passive Mitglieder. Hahn berichtete mit Stolz, dass im Bereich der BezVgg Limburg alle 42 Kommunen für den BDS als fördernde Mitglieder gewonnen werden konnten, also 100%!

Ehrungen

Unter dem Programmpunkt „Ehrungen" erhielten, im Bild ab 2. v. links > Reiner Jüngst (Hohenahr), Erich Lang (Weinbach), Horst-Dieter Herr (Dietzhölztal) aus der Hand von Monika Ganteföhr die bronzene Treuemedaille des BDS für 10 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Schiedsperson.
Erster Gratulant war der Vorsitzende Manfred Schneider - im Bild ganz links.
Außerdem wurde Reiner Jüngst für 10-jährige Schiedsamtstätigkeit durch die Justiz vom Amtsgericht Wetzlar ausgezeichnet.

Ehrengäste und Teilnehmer an der Jubiläumsveranstaltung

Zum Ausklang

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte die Musikschule Wetzlar unter der Leitung von Thomas Sander. Das Trio wurde mit viel Beifall bedacht.
In den Schlussworten bedankte sich Manfred Schneider bei den Gästen, bei allen, die zu Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beigetragen haben sowie bei Helmut Hahn und Birgitt Bach für die interessante und umfangreiche Festschrift. 
Alle Teilnehmer erhielten eine Festschrift und wurden mit einer signierten Schmuckmappe als Andenken beschenkt.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen und gemütlichem Beisammensein endete der Jubiläumstag.            HH.

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